Rezept: Duppes

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Ich habe von diesem Gericht noch nie woanders gehört, Google ist auch nicht sehr hilfreich - es scheint sich dabei wirklich um ein Familienrezept zu handeln. Mich erinnert es an Ferien bei Oma in der Eifel, und an nächtliche Blähungen. Mit solchen Rezepten ist das ja immer so eine Sache - ich weiss nicht, ob das außer mir und meinem Vater wirklich jemandem schmeckt. Für mich aber ist es das ultimative Comford Food.
Es ist auch eins der wenigen Gerichte, bei denen der Verzehr eine längere Anleitung benötigt als die Zubereitung.
Für 2-3 Personen

Zutaten

Zubereitung

Für die Sauce Milch, Sahne, Zwiebelwürfel, Kräutersalz und Pfeffer gut verrühren und im Kühlschrank kaltstellen.

Die Kartoffeln abspülen, in einem Topf mit Wasser bedecken und mit Schale ca. 20 Minuten kochen, bis man ein Küchenmesser ohne Widerstand durchstechen kann - dann das Wasser abgießen. Natürlich könnte man die Kartoffen bereits jetzt schälen, traditionell wird aber einfach der Topf mit den heißen Kartoffeln auf den Tisch gestellt (Deckel drauf, die Kartoffeln müssen heiß bleiben!) und jeder schält für seinen eigenen Bedarf.

Verzehr

Das Essen ist sein eigenes Ritual. Es ist aufwändig zu erklären, geht aber ganz fix, wenn mans einmal begriffen hat - und das Ergebnis rechtfertigt die Arbeit auf jeden Fall.

Benötigtes Zubehör bei Tisch: Suppenteller, Gabel, Esslöffel, Schälmesser und Abfallschale sowie ein kaltes Bier (da das Ganze originalgetreu sein soll, kann es sich dabei nur um Bitburger handeln). Jeder nimmt sich nun 1-2 Kartoffeln und schält sie. Anschließend werden sie mit der Gabel grob zerdrückt und an den hinteren Rand des Tellers geschoben.

Nun kommt Trick 17: Die Gabel wird abgeleckt und mit den Zinken nach unten auf den Tisch gelegt. Dann wird der Teller auf den Rücken der Gabel gestellt, sodass er nach vorne geneigt ist. Schließlich wird etwas von der Sauce (vorher nochmal gut umrühren!) in die untere Mulde des Tellers gegossen - gerade soviel, dass sie gut gefüllt ist, aber die Kartoffeln noch nicht nass werden.

Nun ist es endlich soweit - man nimmt einen halben Löffel voll Kartoffelmus, einen halben Löffel Sauce und verspeist das Ergebnis ohne Zögern mit höchstem Genuss. Schlagartig wird klar, wofür der ganze Aufwand betrieben wurde: die Kartoffeln müssen dampfend heiß, die Sauce eiskalt im Mund ankommen - das Ergebnis ist die Mühe wert. Würde man einfach alles im Teller vermischen, hätte man lauwarme Pampe im Mund - und wer will das schon?

Sollten Kartoffeln übrigbleiben, gibt es am nächsten Tag Bratkartoffeln. Sollte Sauce übrigbleiben, gibt sie zusammen mit ein paar Eiern ein hervorragendes Omelette ab. Dass von beidem etwas übrigbleibt, habe ich noch nicht erlebt.

Letztes Update: 01.03.2009 - Copyright © 1998-2010 Benjamin Molitor (Impressum)